Chronik der Oidtmann´schen Werkstatt

Die Werkstatt Oidtmann wurde 1857 von Dr. med. Heinrich Oidtmann in Linnich/Rheinland gegründet. Über fünf Generationen hinweg ist unser Familienbetrieb mit der Fertigung, Pflege und Erforschung künstlerischer Verglasungen beschäftigt.

  Arbeitsbereiche

Dr. Heinrich Oidtmann I (1838-1890)

Er war Landarzt in Linnich.Gründete 1857 die Werkstätten, die sich rasch aus kleinen Anfängen zu einem Unternehmen von Weltruf entwickelten. Ein 1890 herausgegebener Katalog weist über 100 qualifizierte Mitarbeiter und weltweiten Export aus.

Auf Weltausstellungen und Ausstellungen errang er zahlreiche Medaillen, so in Dublin (1865), Porto (1865), Paris (1867) Wien (1873), Sydney (1879, London (1884), Antwerpen (1885), Aachen (1886) und Köln (1888).

  Blick in die Werkstatt

  Projekte

  Publikationen

  Wegbeschreibung

  Aktuelles

Dr. Heinrich Oidtmann II (1861-1912)

praktizierte zunächst als Arzt in Aachen. Unter seiner sach- und fachkundigen Leitung erlebten die Werkstätten eine Blütezeit. Seine Bemühungen galten insbesondere der Forschungsarbeit. Dr. Hans Kisky vom Denkmalamt in Bonn schrieb im 1959 herausgegebenen Buch 100 Jahre rheinische Glasmalerei “Im Rheinland hat es kaum einen Wissenschaftler gegeben, der annähernd eine gleiche Kenntnis auf dem Gebiet der Glasmalerei erreicht hat.” Unter den aus seiner Feder stammenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen sei besonders hervorgehoben die gekrönte Preisschrift der Mevissens-Stiftung “die rheinischen Glasmalereien vom 12.-16. Jahrhundert” (Verlag L. Schwann, Düsseldorf 1912).

Dipl.-Ing. Heinrich Oidtmann III (1888-1929)

Neben der fachkundigen Leitung der Werkstätten ist sein größter Verrdienst die Fortsetzung der wissenschaftlichen Arbeit seines Vaters durch die Veröffentlichung der “Rheinischen Glasmalereien” Band II (Verlag L. Schwann, Düsseldorf 1929).

Ludovika Oidtmann (1899-1945

Sie übernahm nach dem frühen Tod ihres Ehemannes 1929 die Leitung der Werkstätten. Sie suchte und fand den Kontakt zu den zeitgenössischen Künstlern. Wie sie es geschafft hat, die Werkstätten in dieser schweren Zeit (Weltwirtschaftskrise, Naziregime  und Krieg) erfolgreich zu führen, ist kaum nachzuvollziehen und darf als die größte menschliche Leistung der Firmengeschichte angesehen werden.

Friedrich Oidtmann (*1924) und Ludovikus Oidtmann (*1928)

Wegen des Todes der Mutter mussten Friedrich und Ludovikus Oidtmann die Leitung der Werkstätten 1945 21- bzw. 17-jährig übernehmen. Durch den Krieg waren alle Werkstätten total zerstört. So kam der Wiederaufbau nach 1945 fast einer Neugründung gleich.

Das Erbe von drei Generationen war für die Brüder Verpflichtung, das 1857 vom Urgroßvater begonnene Werk weiterzuführen und richtungsweisende Akzente für die Zukunft zu setzen.

Heinrich Oidtmann (*1958) und Dr. Stefan Oidtmann (*1959)

Die beiden Söhne von Friedrich und Ludovikus Oidtmann wurden durch Ausbildung in der Glasfachschule bzw. Studium an der Universität auf die Übernahme gut vorbereitet und leiten seit einigen Jahren die Werkstätten.

Sie sehen es als wichtige Aufgabe an, den Kontakt mit den zeitgenössischen Künstlern zu pflegen, deren Entwürfe optimal in Glas zu übersetzen und offen zu sein für Experimente.

Außerdem ist es ihnen ein großes Anliegen, die Restaurierung alter Glasgemälde in Verbindung mit dem zuständigen Amt für Denkmalpflege durchzuführen - mit größter Sorgfalt, mit guter Sachkenntnis und nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Dr. Stefan Oidtmann war von 1989 bis 1996 Projektleiter im Forschungsverbundprojekt für den Bereich “Untersuchungen zur Wirksamkeit vorhandener Schutzverglasungen sowie Entwicklung und Erprobung neuer Schutzverglasungskonstruktionen” für das Ministerium für Forschung und Entwicklung.

1994 wurde er in das Technische Komitee des CVMA (Corpus Vitrearum Medii Aevi) Deutschland berufen.

Seit 1997 ist die Firma einer der Sponsoren des Deutschen Glasmalerei-Museums Linnich.

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